Programme zur Landtagswahl im Check
August 28, 2026
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Der Parteien-Check im Überblick
Ganz konkret geht es um die Wahlprogramme der folgenden Parteien:
- CDU
- SPD
- FDP
- Bündnis 90 / Die Grünen
- DIE LINKE
- Alternative für Deutschland
Hinweis:
Unser Ziel ist es, die energiepolitischen Positionen der Parteien verständlich darzustellen – nicht, eine politische Empfehlung auszusprechen. Es handelt sich bei den Abschnitten lediglich um Ausschnitte der Wahlprogramme.
CDU-Energiepolitik im Check
Seite 43 / Energie – sicher und bezahlbar
- Erneuerbare Energien technologieoffen nutzen
- Vorreiter bei Solar auf dem Dach werden
Wir werden Energiepolitik ideologiefrei und mit Augenmaß betreiben. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz müssen in einem verantwortbaren Verhältnis zueinanderstehen. Sachsen-Anhalt braucht eine Energiepolitik, die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht, Planungssicherheit schafft und Bürger genauso wie Unternehmen nicht überfordert.
Wir wollen
- Die Versorgung mit verlässlicher Energie sicherstellen:
Vor dem Rückbau grundlastfähiger Kraftwerke braucht es konkrete Lösungen bei Speichern, Netzen und Ersatzkraftwerken. Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit haben für uns oberste Priorität – das ist die Grundlage für attraktive Standorte und sichere Arbeitsplätze. Dabei muss die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung im Sinne einer Energieresilienzstrategie als Standortfaktor mitgedacht werden.
- Das Akzeptanz- und Beteiligungsgesetzes auf seine Wirksamkeit hin überprüfen,
damit die Akzeptanz vor Ort und damit auch die Investitionen in die Energiezukunft unseres Landes weiter steigen. Die Einführung war ein wichtiger Schritt: Kommunen und mittelbar Unternehmen und Bürger profitieren künftig stärker vom zukunftsfähigen Ausbau der Erneuerbaren Energien – durch gesetzlich verankerte Beteiligungsmodelle.
Quelle: CDU-Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026
SPD - Energiepolitik im Check
Seite 5 / Industriepolitik, Energie und Transformation
Der Ausbau erneuerbarer Energien, klimafreundliche Produktionsverfahren, Kreislaufwirtschaft und neue Technologien, insbesondere Hoch- und Spitzentechnologie sowie die IT-Wirtschaft werden gezielt unterstützt.
Erneuerbare Energien sind die günstigste Form der Energieerzeugung. Bioenergie und Speicher haben Vorrang vor teurem Gas. Energie wird gespeichert, wenn sie im Überfluss vorhanden ist. So können Lastspitzen und "Dunkelflauten" in einem Stromsystem mit hohem Anteil erneuerbarer Energien schnell und effizient ausgeglichen werden. Die niedrigen Kosten müssen schnellstmöglich bei den Kunden ankommen, z.B. durch Förderung lokaler Direktabnahmeverträge. Wir stehen für eine konsequente Energiewende bei bezahlbaren Energiepreisen für Unternehmen und private Haushalte. Deshalb setzen wir uns für eine weitgehende Deckelung der Netzentgelte, eine konsequente Digitalisierung der Netze sowie für eine Reduzierung der Stromsteuer ein. Das sichert unsere Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht Investitionen. Investitionen in Infrastruktur, Forschung und beschleunigte Verfahren stärken Sachsen-Anhalt als Standort für Zukunftsindustrien – von erneuerbaren Energien wie Windkraft über Wasserstoff und Batterietechnologien bis zur digitalen Wirtschaft. Für eine erfolgreiche Wärmewende setzen wir auf Bürgerbeteiligung, Förderung von Energiegenossenschaften, Bürgerstrom und Energie-Sharing.
Seite 5 / Energiewende und Gerechtigkeit
Die Energiewende ist eine Gerechtigkeitsfrage. Gewinne aus Wind- und Solaranlagen flossen bisher oft an überregionale Investoren. Um die Wertschöpfung in Sachsen-Anhalt zu stärken, fördern wir Kommunen gezielt: Ein Landesprogramm unterstützt Städte und Landkreise bei Investitionen in erneuerbare Energien und bei der Gründung von Kreiswerken. Das stärkt die Akzeptanz und entlastet Haushalte. Zudem fördern wir Mieterinnen und Mieter mit geringem Einkommen bei Balkonsolaranlagen und Speichern.
Die Wärmewende ist die nächste Aufgabe. Wärme soll nachhaltig und bezahlbar sein. Kommunale Unternehmen unterstützen wir mit Förder- und Absicherungsinstrumenten zur Senkung der Kapitalkosten. Auch das Potenzial der Tiefengeothermie wollen wir durch bessere Daten und Risikoabsicherung stärker nutzen.
Seite 48 / Erneuerbare Energien verantwortungsvoll nutzen
Landwirtschaftliche Flächen dienen vorrangig der Lebensmittelproduktion. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Biomasse, Photovoltaik und Agri-PV werden dort genutzt, wo sie sinnvoll sind und Nutzungskonflikte vermieden werden.
Reststoffe werden bevorzugt eingesetzt, Bürgerbeteiligung gestärkt. Kleine Anlagen erhalten besseren Zugang zum Strommarkt. Klare Regeln schaffen Akzeptanz und Planungssicherheit.
Quelle: SPD-Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026
FDP - Energiepolitik im Check
Seite 13 / Energie, die Leistung möglich macht
Hohe Energiepreise und ein unübersichtliches System aus Umlagen, Abgaben und Netzentgelten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit. Sachsen-Anhalt trägt als starker Windstrom-Erzeuger zugleich eine besondere Netzkostenlast, obwohl andere Regionen vom exportierten Strom profitieren. Das ist weder fair noch ökonomisch klug.
Netzentgelte müssen daher zwischen den Regionen fairer verteilt und für die Menschen in Sachsen-Anhalt spürbar gesenkt werden. Umlagen und Abgaben sollten zusammengeführt werden, um Komplexität und Verwaltungskosten zu reduzieren. Der Strommarkt braucht Regeln, die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zusammenbringen – einschließlich einer Reform der Preisbildungsmechanismen und echten Anreizen für Speichertechnologien. Machen wir uns bei Energie weder abhängig nur von einem Land noch von einer einzigen Technologie. Deshalb fordern wir echte Technologieoffenheit und setzen uns für einen Netzausbau ein, der vor allem den Einsatz von Speichertechnologien in Sachsen-Anhalt ermöglicht und loten die Machbarkeit von zukunftsweisenden, emissionsfreien modularen Reaktoren (SMR) genauso aus, wie die Gewinnung von heimischem Fracking-Gas.
Energieeffizienz entsteht vor allem durch wirtschaftliche Anreize. Zusätzliche Berichtspflichten schaffen zu oft nur Papier, aber keine eingesparte Kilowattstunde. Hier muss der Bund liefern und beispielsweise sämtliche Berichtspflichten und Audits des Energieeffizienzgesetzes abschaffen.
Seite 14 / Für eine bezahlbare, sichere und klimafreundliche Energieversorgung
Wir Freie Demokraten wollen eine bezahlbare, sichere und klimafreundliche Energieversorgung, die den Industriestandort Deutschland und Sachsen-Anhalt dauerhaft wettbewerbsfähig hält. Dazu gehört für uns auch der Wiedereinstieg in die Nutzung der Kernenergie. Deshalb werden wir:
• uns dafür einsetzen, auf Bundesebene die atomrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit technisch, rechtlich und wirtschaftlich reaktivierbare Kernkraftwerke vom endgültigen Rückbau ausgenommen, unabhängig bewertet und dort wieder in Betrieb genommen werden können, wo dies sicherheitsgerecht und verantwortbar möglich ist.
• über eine Bundesratsinitiative darauf hinwirken, dass die pauschale politische Blockade neuer Kernkraftwerke beendet und ein technologieoffener Rechtsrahmen für den Neubau moderner Kernenergieanlagen in Deutschland geschaffen wird.
• Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität auch für Fachkräftesicherung, Genehmigungsverfahren, Netzanbindung und vorbereitende Infrastruktur neuer Kernenergieprojekte nutzbar machen.
• ein deutsches Neubauprogramm für moderne Kernenergieanlagen auf den Weg bringen, das neben großen Reaktoren neuer Generation insbesondere Small Modular Reactors, Hochtemperaturreaktoren und Anlagen zur gekoppelten Erzeugung von Strom, Prozesswärme und Wasserstoff umfasst.
• Sachsen-Anhalt frühzeitig zu einem Entwicklungs- und Ansiedlungsstandort für moderne Kernenergietechnologien machen, geeignete Industrie- und Konversionsflächen systematisch identifizieren und die Voraussetzungen bei Raumordnung, Genehmigungsmanagement, Netzanbindung, Fachkräfteentwicklung und industrieller Einbindung schaffen.
• die Zusammenarbeit von Land, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrie ausbauen, damit Sachsen-Anhalt bei Planung, Sicherheit, Werkstoffforschung, Prozesswärme, Wasserstoffanwendungen und industrieller Nutzung moderner Kerntechnik eine Vorreiterrolle einnimmt.
• Kommunen und Regionen, die sich für solche Projekte öffnen, verbindlich an Wertschöpfung, Gewerbesteuer, Infrastrukturinvestitionen und regionalen Innovationspartnerschaften beteiligen.
Seite 15 / Eigene Energiequellen nutzen
Wir Freie Demokraten wollen durch die Nutzung eines breiten Energie-Mixes eine bezahlbare und sichere Energieversorgung für unsere Wirtschaft und unsere Bevölkerung. Dazu gehört für uns auch die Nutzung von heimischem Schiefergas. Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, das pauschale Verbot des unkonventionellen Frackings auf Bundesebene durch ein wissenschaftsbasiertes Genehmigungsregime zu ersetzen.
Quelle: FDP-Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026
Bündnis 90 / Die Grünen - Energiepolitik im Check
Seite 16 / Wir bleiben Energiewendeland!
Der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Treiber des Strukturwandels, ein wirtschaftlicher Standortvorteil für Sachsen-Anhalt und ein Jobmotor.
Wir wollen unser Bundesland Sachsen-Anhalt bis 2030 im Strombereich 100 Prozent erneuerbar aufstellen. Dafür werden wir den dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Erdwärme vorantreiben.
Seite 17 / Energiewende als Schlüssel zu Unabhängigkeit und bezahlbaren Energiepreisen
Nicht zuletzt die Auswirkungen der Kriege in derUkraine und im Iran auf die Energiepreise hierzulande haben gezeigt, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien auch eine Frage unserernationalen Souveränität und Sicherheit ist. DieTransformation unserer Wirtschaft RichtungKlimaneutralität macht uns widerstandsfähigergegen globale Krisen und unabhängig von fossilen Autokratien. Folglich müssen der Bund unddas Land Sachsen-Anhalt gemeinsam die Energiewende umso energischer vorantreiben.Eines der Hauptziele grüner Energiepolitik sindbezahlbare Energiepreise für Bürger*innen undWirtschaft. Die Strompreise wollen wir senkendurch eine Verringerung der Stromsteuer auf daseuroparechtlich zulässige Minimum, eine Strompreiszonenaufteilung Deutschland sowie regionale und dynamische Netzentgelte, sogenanntemodale Preise.
Akzeptanz- und Beteiligung – Energiewende in Bürgerhand
Wir setzen uns für die Stärkung von Bürgerenergiegenossenschaften ein, indem wir deren Gründung unterstützen.
Menschen in Stadt und Land sollen direkt und spürbar von günstigem Strom aus erneuerbaren Energien profitieren. Damit Wind- und Solaranlagen vor Ort mehr Akzeptanz finden, fördern wir den Ausbau von Bürgerstromtarifen.
Die vorgesehene Evaluierung des Akzeptanz und Beteiligungsgesetzes nutzen wir, um dessen Erfolg zu sichern und rechtliche Hürden zu entfernen.
Wir wollen Kommunen ermutigen und unterstützen, eigene Flächen für erneuerbare Energien bereitzustellen, um die Wertschöpfung vor Ort zu stärken. Städte und Gemeinden sollen im Einvernehmen mit Eigentümern geeignete Flächen sichern können, um Nutzungsrechte zu erhalten.
Wir möchten die Hemmnisse auf Bundes- und Landesebene zur Eigenstromnutzung konsequent abbauen, um den Übergang zu erneuerbaren Energien zu erleichtern. Balkonkraftwerke sind eine Erfolgsgeschichte der Energiewende. Auch Menschen mit kleinem Geldbeutel sollen Balkonkraftwerke errichten können, dafür legen wir ein Förderprogramm für Bezieher*innen von Sozialleistungen auf. Außerdem wollen wir gezielte Beratungsangebote für Mieterstromprojekte ausbauen. Energie-Sharings sind eine neue Möglichkeit, günstig PV-Strom vom Nachbarn kaufen zu können. Die Einführung und leichte Umsetzung wollen wir in Sachsen-Anhalt vorantreiben.
Die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) ist als Beratungs- und Vernetzungsakteur für die Energiewende für uns unverzichtbar. Wir möchten diese Institution stärken und weitere Kompetenzen im Bereich Klimaschutz aufbauen.
Seite 18 / Mehr Sonnenkraft für Sachsen-Anhalt – vor allem auf versiegelten Flächen
Wir setzen uns dafür ein, eine Pflicht zur Nutzung von Solarenergie auf Neubauten und umfänglichen Dachsanierungen in Industrie, Gewerbe und Infrastruktur anzuwenden. Für Wohngebäude wollen wir eine Pflicht zur Nutzung von Solarenergie bei Neubauten in der Landesbauordnung verankern. So nutzen wir die vorhandenen, bereits versiegelten Flächen konsequent für die Energiewende.
Wir streben an, den Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen kontrolliert und naturverträglich zu steuern und mit hohen Standards zum Schutz und zur Förderung von Biodiversität zu untermauern. Unter anderem sprechen wir uns auf kommunaler Ebene für die Entwicklung von Photovoltaikkonzepten für Freiflächen sowie für Beteiligungsmodelle aus, die Bürger*innen aktiv einbinden und lokale Wertschöpfung fördern.
Für eine dezentrale Energiewende fordern wir den verpflichtenden Einsatz von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Liegenschaften von Kommunen, Land und Bund bei Neubau und Dachsanierung. Die sukzessive Nachrüstung von Dächern der öffentlichen Liegenschaften mit PV wollen wir vorantreiben und für Kommunen ein Förderprogramm auflegen. Entsprechende Eigenbetriebe müssen weiterhin geschult und befähigt werden. Stadtwerke sollten möglichst in kommunaler Hand liegen, sich aktiv der Energiewende verschreiben und eigene Anlagen bauen. Wir stärken deshalb die Stadtwerke und unterstützen sie in ihrem Engagement für das Gelingen einer dezentralen und den Bürger*innen zugutekommenden Energiewende.
Seite 19 / Energie und Landwirtschaft
Landwirt*innen sind auch Energiewirt*innen. Wir wollen weiterhin, dass die Landwirtschaft durch Verpachtungen und Errichtung von PV-Anlagen auf Stalldächern oder Lagerhallen Einnahmen erzielen kann.
Dafür fordern wir klare rechtliche Rahmenbedingungen und eine Reduzierung der Bürokratie bei Genehmigungen. Agri-Photovoltaik (Agri-PV) sehen wir als eine wichtige, unterstützenswerte Zukunftstechnologie, insbesondere auf Grünoder Weideland, weniger ertragreichen Böden und bei Feldfrüchten, bei denen Verschattung vorteilhaft ist.
Quelle: B90/Die Grünen Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026
Die LINKE - Energiepolitik im Check
Seite 105 / Energie für Sachsen-Anhalt: Gerecht und gemeinwohlorientiert
Sachsen-Anhalt ist Energieland – und das soll allen zugutekommen. Wir wollen ein Land, das Verantwortung übernimmt: für 100 Prozent erneuerbaren Strom und für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.
Deshalb wollen wir:
- Energie als öffentliche Daseinsvorsorge sichern,
- Energiepreise sozial gerecht gestalten,
- erneuerbare Energien konsequent und naturverträglich ausbauen
- demokratische Teilhabe stärken: Energie in die Hand der Bürger:innen,
- eine klare Absage an Atomkraft und Debatten, die Vergangenheit verklären und wieder umweltschädliche Energieerzeugung etablieren wollen,
- regionale Wertschöpfung, ländliche Räume und Kommunen stärken.
Stand der Dinge – Herausforderungen
Sachsen-Anhalt ist Vorreiterin bei den erneuerbaren Energien. Trotzdem leiden viele Menschen unter hohen Energiepreisen. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie kommt voran, aber Genehmigungen, Umweltverträglichkeit und Beteiligung vor Ort sind weiterhin zentrale Herausforderungen. Beim Stromnetz fehlen Kapazitäten und Speicher, das bremst die Energiewende aus.
Besonders groß sind die Lücken im Wärmesektor: Abwärme, Großwärmepumpen und Nahwärmelösungen sollen vermehrt genutzt werden, weil sie langfristig bezahlbare und klimafreundliche Wärme bieten können. Zudem hinkt die Digitalisierung hinterher und Debatten über eine Rückkehr zur Atomkraft schaffen falsche Erwartungen, statt echte nachhaltige Lösungen zu bieten.
All diese Herausforderungen zeigen: Sachsen-Anhalt braucht eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen denkt.
Energiepreise senken und öffentliche Verantwortung stärken
Hohe Energiepreise treffen vor allem Menschen mit kleinen Einkommen, aber auch Vereine, Kommunen und Betriebe. Energiearmut bedeutet kalte Wohnungen, vermehrte Krankheit und wachsenden finanziellen Druck. Für uns ist klar: Energie gehört zur Daseinsvorsorge und eine gerechte Energiezukunft gelingt nur, wenn Strom und Wärme für alle bezahlbar sind. Sachsen-Anhalt hat die Chance, durch eine Anpassung des Beteiligungsgesetzes mit erneuerbarem Strom vor Ort die Preise zu senken und Menschen konkret zu entlasten.
Wir wollen:
- einen verpflichtenden Sockeltarif für Strom und Wärme, damit der Grundbedarf für alle bezahlbar ist,
- die Wiedereinführung der Strompreisaufsicht, um Abzocke zu verhindern,
- Strom- und Gassperren gesetzlich verbieten, weil Strom und eine warme Wohnung ein Grundrecht sind,
- einen Härtefallfonds für Energieschulden und eine gestärkte Energie- und Schuldnerberatung,
- die Netzentgelte deutlich senken und damit die regionale Ungerechtigkeit abbauen, dass wir in Sachsen-Anhalt mehr bezahlen als in anderen Bundesländern,
- die Einführung von Strompreiszonen prüfen, damit Länder mit viel erneuerbarer Energie profitieren,
- die Stromsteuer auf 0,1 ct/kWh senken,
- Energienetze in öffentliche Hand überführen, damit sie der Versorgungssicherheit dienen und nicht der Profitlogik.
Erneuerbare Energien ausbauen
Sachsen-Anhalt hat beste Bedingungen für eine Energiezukunft, die sauber, sicher und regional verankert ist. Doch der Ausbau der erneuerbaren Energien braucht klare Leitplanken: Naturverträglichkeit, Transparenz und echte Beteiligung der Menschen vor Ort. Wenn Windräder, Solaranlagen und Agri-PV-Projekte Landschaften prägen, müssen Kommunen davon profitieren und ökologische Standards gesichert sein. Gleichzeitig hängen Versorgungssicherheit und sinkende Energiepreise davon ab, dass wir den Ausbau konsequent voranbringen.
Wir wollen:
- das Flächenziel von 2,2 Prozent für Windenergie umsetzen und die Plänungsgremien stärken,
- die Umweltverträglichkeitsprüfung auf Landesebene verbessern, damit Natur- und Artenschutz nicht unter die Räder kommen,
- Repowering auch außerhalb von Vorranggebieten ermöglichen, naturverträglich und mit früher Beteiligung,
- Kommunen und Anwohner:innen stärker durch Lokalstromtarife, Bonuszahlungen oder Wärmeangebote beteiligen,
- Photovoltaik auf Dächern priorisieren, mit Solarpflicht für Neubauten und einer Vorbildpflicht der öffentlichen Hand, auf allen geeigneten öffentlichen Gebäuden Solaranlagen zu installieren,
- Konversions- und Gewerbeflächen zuerst für größere Solarparks nutzen,
- Agri-PV gezielt fördern, um Böden für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten,
- Balkonkraftwerke und Kleinspeicher für Mieter:innen ausbauen.
Energiewende: Kommunal, digital und in Bürgerhand
Die Energiewende gelingt nur, wenn sie demokratisch gestaltet wird. Menschen vor Ort müssen mitentscheiden können, wie Energie erzeugt, verteilt und genutzt wird und wirtschaftlich davon profitieren. Kommunale Unternehmen, Genossenschaften und eine starke öffentliche Infrastruktur sind dafür unverzichtbar. Sachsen-Anhalt hat die Chance, seine Energieversorgung neu zu ordnen: transparent, digital modernisiert und frei von der Logik privater Monopole. Bürgerenergie, Stadtwerke und Landwerke können gemeinsam eine Energiezukunft aufbauen, die regional verankert ist und Wertschöpfung im Land hält. Digitalisierung ist dabei kein Anhängsel, sondern der Schlüssel, damit Netze, Speicher und Verbrauch besser zusammenarbeiten und für alle nachvollziehbar funktionieren.
Wir wollen:
- die Landesenergieagentur zu einer Landesenergiegesellschaft weiterentwickeln, die Erzeugung, Netze und Speicher bündelt,
- kommunale Stadtwerke und Landwerke fördern, um auch im ländlichen Raum Versorgungssicherheit zu stärken,
- Energiegenossenschaften unterstützen und hierfür rechtliche Hürden im EEG abbauen,
- lokale Beteiligungsmodelle ausbauen, damit Menschen vor Ort direkt profitieren, den Smart-Meter-Rollout vereinfachen, damit Digitalisierung endlich spürbar vorankommt, und eine Kostenfreiheit für Mieter:innen beim Rollout sicherstellen,
- Transparenz und digitale Nachvollziehbarkeit der Energieflüsse verbessern.
Die Infrastruktur der Zukunft
Die nächste Stufe der Energiewende entscheidet sich nicht allein beim Strom, sondern vor allem bei Wärme, Speicherung und industriellen Zukunftstechnologien. Sachsen-Anhalt hat hier gewaltige Potenziale: Abwärme aus Industrie und Rechenzentren, Großwärmepumpen in Städten und ländlichen Räumen, regionale Wärmenetze, innovative Speichertechnologien und die Produktion von grünem Wasserstoff für die Chemieindustrie.
Wir wollen:
- Abwärme aus Industrie und Rechenzentren gezielt nutzbar machen,
- Großwärmepumpen als Rückgrat moderner Wärmenetze ausbauen,
- Nah- und Fernwärmenetze auch in kleineren Städten und ländlichen Räumen fördern,
- einen Energieeffizienzfonds für Projekte von Kommunen, Vereinen, Betrieben und Haushalten einrichten und die kommunale Wärmeplanung fachlich und finanziell unterstützen,
- öffentliche Gebäude energetisch sanieren und ein Landesprogramm dafür schaffen,
- die Nutzung von Oberflächenwasserwärme vereinfachen,
- für Neubauten Passivhausstandards festlegen und nachhaltige Baustoffe wie Holz, Hanf oder Stroh fördern,
- Haushalte mit geringen Einkommen beim Austausch alter Elektrogeräte entlasten,
- die planvolle Ansiedlung von Großspeichern steuern, um Netze zu entlas- ten, damit diese netzdienlich laufen sowie Forschung zu ressourcenschonenden Speichern wie Sand- oder Salztechnologien stärken,
- grünen Wasserstoff für die Chemieindustrie gezielt fördern, Elektrolyseanlagen mit erneuerbarem Strom ausbauen, regionale Wasserstoffnetze entwickeln und den Wasserverbrauch bei Wasserstoffprojekten von Anfang an begrenzen und steuern,
- Biogasanlagen bei der Umstellung auf Reststoffe, Wirtschaftsdünger und Paludikulturen unterstützen und Biogas stärker in Wärmenetze und flexible Stromerzeugung integrieren,
- Gaskraftwerke nur als Brücke zulassen und hierbei verbindliche Kriterien wie H2-ready und maximal 1.000 Volllaststunden festlegen und unter der Devise „so viel Kraftwerksleistung wie nötig, so wenig wie möglich“ gesetzlich absichern,
- die Forschungslandschaft für erneuerbare Energien, Speicher, Effizienz und Nachhaltigkeit stärken, neue Institute und Forschungseinrichtungen im Land ansiedeln, Wissenschaft und Praxis enger verzahnen, um Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen,
- Sachsen-Anhalt wieder zu einem Produktionsstandort für Anlagen der Energiewende machen.
Unsere Energiepolitik verbindet Klimaschutz, soziale Sicherheit und wirtschaftliche Stärke. Wir stehen für eine Zukunft, in der Strom und Wärme bezahlbar sind, in der Menschen und Kommunen von der Energiewende profitieren und in der die Energieversorgung demokratisch, erneuerbar und gemeinwohlorientiert ist.
Quelle: DIE LINKE - Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026
Alternative für Deutschland - Energiepolitik in Check
Seite 154 / Energiepolitik
Die planwirtschaftliche Energiewende der Altparteien ist dramatischgescheitert. Der damit verbundene energiepolitische Sonderweg istdie Ursache für explodierende Energiekosten, steigenden Energiemangel, zunehmende Deindustrialisierung und eine abnehmendeVersorgungssicherheit. Daher braucht Sachsen-Anhalt eine energiepolitische Kehrtwende um 180 Grad.
Eine AfD-geführte Landesregierung wird diese Kehrtwende einleiten, und zwar durch die Rückkehr zu einem breit angelegten Energiemix auf Grundlage der sozialen Marktwirtschaft, der auch fossileEnergieträger beinhaltet. Dieser Paradigmenwechsel ist Voraussetzung für sinkende Energiepreise, eine wirksame Bekämpfung desEnergiemangels, den Beginn eines Re-Industrialisierungsprozessesund die Gewährleistung energiepolitischer Versorgungssicherheit.
1. Subventionen für erneuerbare Energien streichen, Einspeisevorrang beenden!
2. Stromsteuer auf Mindestwert absenken, Privathaushalte entlasten!
3. Landesenergieagentur abschaffen!
4. Akzeptanzgesetz abschaffen!
5. Wärmeplanungs- und Gebäudenergiegesetz abschaffen, Förderung von Wärmepumpen beenden!
6. Windausbau stoppen, Windkraftmoratorium beschließen!
7. Keine Solarparks in deutschen Kulturlandschaften und aufheimischem Ackerland!
8. Rückbaufinanzierung für stillgelegte Windkraft- und Solaranlagensicherstellen!
9. Grüne Wasserstoffstrategie beenden, Steuergeldvergeudung stoppen!
10. Vorsicht Energiewende – Blackout-Vorsorgefür Sachsen-Anhalt treffen!
11. Energiepreisexplosion beenden, Deindustrialisierung stoppen,Reindustrialisierung einleiten!
12. Energiepolitische Russlandsanktionen beenden, Nord-StreamPipelines in Betrieb nehmen!
13. Heimat, Umwelt und Bevölkerung schützen – Kein Fracking inSachsen-Anhalt!
14. Energiepreise senken, Netzstabilität schaffen, neueGaskraftwerke errichten!
15. Kohleausstieg stoppen – Kohlestandort Sachsen-Anhalt erhalten!
16. Neustart vornehmen – Wiedereinstieg in die Kernenergie einleiten!
17. Steuergeldvergeudung beenden - E-Auto-Subventionen streichen!
18. Energie- und Verkehrswendeirrsinn beenden –Verbrenner-Verbot stoppen!
19. Autofahrer entlasten – Kraftstoffpreise senken!
20. Heimatschutz und Klimaanpassung statt „Klimarettung“!
21. Mikroklima schützen – Energiewende stoppen!
22. Kritische Klimaforschung in Sachsen-Anhalt ermöglichen!
23. Klimarettungsindustrie den Geldhahn zudrehen!
24. Pariser Klimaabkommen und Green Deal aufkündigen –Bundesklimaschutzgesetz abschaffen!
25. Emissionshandel beenden – Heimische Unternehmen retten!
26. Verbraucher entlasten – CO2-Steuer abschaffen!
27. Klimareligiöse Verbotskultur beenden!
28. Klimaextremismus mit den Mitteln des Rechtsstaats entschlossen bekämpfen!
29. Ökologischen Fußabdruck berücksichtigen, Umwelt schützen,Aufnahme illegaler „Klimaflüchtlinge“ stoppen!
30. Kernfusion erforschen – Energiesouveränität erreichen!
Quelle: AFD-Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026
Über den Autor
Jana Sennewald
Marketing Managerin
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